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Kontaktmasken
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Wir lächeln, einander an, wir lächeln über uns und andere, im Stillen, hinter vorgehaltener Hand, vor laufender Kamera. Lächelnd präsentieren wir Deodorants, Geldanlagen, Ansichten und uns selbst. Durch Medien und Werbung wurde das Lächeln öffentlich und inflationär, eine Verkaufs- und Imagestrategie, erotisierend, vertrauenheischend, manipulierend. Das Lächeln ist eine der machtvollsten und nuancenreichsten menschlichen Kommunikationsformen. Es entsteht spontan als Antwort auf eine emotionale, sinnliche oder geistige Berührung oder wird gezielt und absichtsvoll produziert. Und es wirkt im anderen, öffnet Beziehungsräume, schafft Nähe, Intimität, nimmt den anderen an und bestätigt ihn oder es schafft Distanz, verunsichert, wertet ab, trennt. Im Lächeln vermischen sich Täuschung und Wahrheit. Auch wenn wir zweckgerichtet lächeln geben wir mehr preis über unsere Erfahrungen, Ängste und Möglichkeiten, als uns bewußt ist. "Kontaktmasken" habe ich
diese Serie von Zeichnungen genannt, die sich mit der Vielfalt des
Lächelns zwischen Selbstdarstellung und Selbstbewahrung auseinandersetzt,
mit unserer Angst vor und unserer Sehnsucht nach Berührung. Heiter,
satirisch, schmerzhaft. Die Bilder erzählen Geschichten von Mut,
Einsamkeit, Hoffnung, Scham, Wut, Resignation und Hingabe.
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